Dienstag, 6. September 2011

Und unsere Leichen werden wohl doch verwesen...



Als die HOT DOCs nach dem sehr mystischen Einlauf in die Kirche zu Kampehl, das Versprechen gaben, alle zu unterhalten und jedem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, wussten sie noch nicht, dass es an diesem Tag gelingen sollte.

Noch recht verhalten war das Publikum im Alter von 2 - 350 Jahren (der Ritter lag direkt nebenan und lauschte...) nach dem ersten Spiel, „Die Bank“, welche am Ende ein „Speedreigen“ war und eine moderne Fassung der Geschichte vom Ritter Kalbutz darstellte.  „Der verflixte Satz“ erzeugte dann die ersten Schmunzler, Halitosis machte sich in der Kirche breit (so wollte es die Kollekte). „In A spricht B, spricht B dann A“ gelang der Durchbruch zum Publikum, in der bis zum letzten Platz gefüllten Kirche, auch für uns Premiere. Die Akustik war grandios, so kam der Geschwisterstreit ums Badezimmer bis in die letzte Reihe - die staunende Kampehler Gemeinde nun Feuer und Flamme fürs Improtheater. Weiter ging es mit der „schnellsten Geschichte der Welt“ um geringelte Socken, bevor die „flinken Hände“ für die erste Laola in einer Kirche sorgten. Grandios, da blieb sogar den Spielern kurz der Atem weg. Begeisterung auf beiden Seiten, sowohl die Zuschauer, als auch die Spieler am Siedepunkt. Der „Typewriter“ brachte das goldene Auto in die Stadt, welche einem alten Mann ein neues Leben, dank einer neuen Hüfte, brachte. Die Zuschauer zu Tränen gerührt, ja, auch das kann Impro erzeugen. Ovationen für eine HOTDOCs, Zugabe 1 war dann die „dirigierte Geschichte“. Der böse Blick schaffte eine gruslige Atmosphäre an dem Ort nahe der Kalbutzgruft. Zugabe 2, nach lautstarken Rufen des Publikums, „A-Z“ um einen Trunkenbold welcher nie genug bekommen konnte und am Ende vom Wirt nach Hause getragen wurde. Trampeln und lautstarkes Klatschen nach dem Auftritt. Das sollte das Ende sein, doch die Kampehler bekamen nicht genug und forderten mit wiederholtem 3,2,1-Los, noch eine Zugabe. Diese sollten sie dann auch bekommen. Der „Jumper“ spielte die Geschichte ihrer Stadt und machte den Abend so unvergesslich.

Wie auch besagten Edelmann hält es uns noch lange auf dem zeitlosen Steinboden dieses Ortes. Hätten wir uns doch nie vorstellen können zwischen zähen Mumien und zartem Wildschwein ein derart dankbares Publikum finden zu können. Die HOT DOCs werden (hoffentlich) noch lange Stadtgespräch sein und die Potsdamer (ganze 2) haben sich gefreut, denn eine Auswärtsfahrt lohnt
sich immer! So vielleicht auch am 17.09.11 dann bei der Mittwochsgruppe in der Prignitz. Wie immer bleibt es also spannend bei den HOT DOCs, in diesem Falle auch für die nächsten 350 Jahre…

Ein großer Dank geht an Wolf Fröhling, welcher uns an diesen historischen Ort geholt hat und an die Gemeinde von Kampehl für die Gelegenheit zu diesem bereichernden Auftritt.  Ihr wart großartig!